Neues Gesetz: ab 2021 sind Laser-Behandlungen Ärzten vorbehalten

Schluss mit Tattooentfernung in Tattoo-Studios: Laut Referentenentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit dürfen Tätowierungen ab Ende 2020 ausschließlich von Ärzten mittels Laser entfernt werden. Doch was bedeutet das genau für jene, die sich für eine Tattooentfernung interessieren?

Die Verordnung zur weiteren Modernisierung des Strahlenschutzrechts besagt in § 5 Abs. 2 (Fachkunde zur Anwendung von Lasereinrichtungen und intensiven Lichtquellen) Folgendes:

(2) Ablative Laseranwendungen oder Anwendungen, bei denen die Integrität der Epidermis als Schutzbarriere verletzt wird, die Behandlung von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen, die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent- Make-up sowie Anwendungen mit optischer Strahlung, deren Auswirkungen nicht auf die Haut und ihre Anhangsgebilde beschränkt sind, wie die Fettgewebereduktion, dürfen nur durchgeführt werden von

  • einer Fachärztin oder einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder
  • einer Fachärztin oder einem Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

Was bedeutet das für Kunden und Besitzer von Tattoo-Studios?

Tattooentfernung nur noch durch Ärzte erlaubt

Die neue Gesetzeslage besagt, dass Laserbehandlungen an Tattoos, Permanent-Make-up etc. ab dem 31. Dezember 2020 nur noch von Fachärzten für Hautkrankheiten oder der ästhetischen/plastischen Chirurgie sowie approbierten Ärzten, die die Fachkunde per Weiter- oder Fortbildung nachweisen können durchgeführt werden dürfen und von Fachpersonal,  das unter unmittelbarer Aufsicht und Verantwortung eines Facharztes/einer Fachärztin steht. Betreiber von Tattoo-Studios müssen laufende Behandlungen demnach bis Ende 2020 fertig gestellt haben – oder alternativ nach Arztpraxen für Kooperationen Ausschau halten.

Wer sich also für eine Tattooentfernung interessiert, kann diese je nach Zeitaufwand noch vor Inkrafttreten des Strahlenschutzrechts in einem seriösen Tattoo-Studio oder in entsprechenden Facheinrichtungen vornehmen lassen. Alternativ kann natürlich auch schon vorher eine Arztpraxis aufgesucht werden: Generell ist bei Anbietern von Tattooentfernung jedoch darauf zu achten, dass moderne, hochwertige Laser-Geräte genutzt werden und nur geschultes, erfahrenes Fachpersonal am Werk ist.

Wie funktioniert die Tattooentfernung überhaupt?

Tattooentfernung durch Ärzte: Wie funktioniert Tattooentfernung?Bei Tätowierungen handelt es sich um Farbpigmente, die mit einer oder mehreren Nadeln in die mittlere Hautschicht (Dermis) gestochen wurden. Dort lagern sie sich dauerhaft ein: während sich die obere Hautschicht erneuert, verbleiben die tieferliegenden Pigmente in der Haut. Wenn sie jedoch per Laser entfernt werden sollen, dann muss zunächst die Wellenlänge der Laserstrahlung exakt auf den jeweiligen Farbstoff abgestimmt werden, d.h. bei mehrfarbigen Tattoos gestaltet sich die Entfernung deutlich aufwendiger als bei einfarbigen.

Wenn die optische Strahlung des Lasers auf die jeweiligen Farbstoffpartikel auftrifft, werden diese in sehr kleine Teile zerschossen. Diese kann der Körper anschließend durch die Lymphe abtransportieren und abbauen. Um bestmögliche Ergebnisse zu erhalten, ist Zeit das A und O. Einerseits sind in den meisten Fällen mehrfache Behandlungen notwendig. Dabei sollten aber auch zwischen den einzelnen Sitzungen sechs bis acht Wochen vergehen, damit sich die Haut erholen kann und Vernarbungen oder dauerhafte Minderpigmentierung vermieden werden.

Risiken von Tattooentfernungen

Tattooentfernung: die RisikenDie Verwendung eines Lasersystems ist ein medizinischer Eingriff, der mit Risiken verbunden ist und Schmerzen erzeugen kann. Je nach Lasertyp und System sowie je nach Körpertyp und Tattoo können unterschiedliche Resultate entstehen oder Nebenwirkungen wie beispielsweise Blutungen, Krusten- oder Blasenbildung sowie Jucken entstehen. Darüber hinaus können auch Entzündungen oder allergische Reaktionen auftreten. Wichtig ist für optimale Behandlungsergebnisse jedoch die umfangreiche Aufklärung zur Risikovermeidung durch die richtige Nachsorge. Denn der Erfolg einer Lasertherapie hängt auch vom Mitwirken des Kunden ab.

Folgende Punkte sollten bei einer Tattooentfernung beachtet werden, um Risiken zu minimieren und den Heilungsprozess zu fördern:

  • möglichst keine Sonnenbäder vor und nach einer Laserbehandlung
  • Hautareal je nach Anweisung regelmäßig reinigen und pflegen
  • entstandene Bläschen oder Krusten keinesfalls entfernen oder aufstechen
  • möglichst anstrengende körperlichen Betätigungen für 3 bis 5 Tage vermeiden

Warum wurde die Gesetzeslage verschärft?

Nach einer Studie der Universität Leipzig ist inzwischen jeder Fünfte in Deutschland tätowiert. Angesichts dieser Zahl wird klar, dass auch das Gewerbe rund um die Tattooentfernung Gefahr läuft, von Billiganbietern überschwemmt zu werden. Bislang durften dennoch Laser jedoch gewerblich eingesetzt werden, ohne dass eine besondere Qualifikation erforderlich war. Die Modernisierung des Strahlenschutzrechts ändert das nun.

Leider sind im Gesetz nicht einfach bessere Weiterbildungen und Schulungen für die Tätowierer sowie mehr Sicherheit und Kontrollen der Laser-Geräte vorgesehen. Die Anschaffung und Verwendung der Laser selbst per Gesetz zu regulieren wäre vermutlich im Sinne aller gewesen, die Tattooentfernungen mit hochwertigen Geräten durch ausgebildetes Fachpersonal anbieten. Die gesamte Branche hingegen auf Arztpraxen zu verlagern, könnte angesichts der vielen Kunden und der Vielzahl der benötigten Behandlungen problematisch werden.

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Ein Mann mit blauem Karohemd und gepflegtem Bart hebt seine Hand nachdenklich zum Kinn. So sieht man sein Tattoo auf dem linken Unterarm.

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